Ein Ingenieur hat seit dem 01.01.2001 eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 100.000 € für den Vermögensschaden. Die Auftragslage ist gut und die Bausummen der zu planenden Objekte werden immer größer.

Dadurch erhöht sich auch die mögliche Haftungssumme für den Ingenieur. Aus diesem Grund vereinbart er mit seinem Versicherer ab dem 01.01.2004 eine Summenerhöhung für den Vermögensschaden auf 250.000 €.

Im Jahr 2005 macht ein ehemaliger Auftraggeber einen Anspruch in Höhe von 130.000 € gegenüber dem Ingenieur geltend. Der Grund: eine fehlerhafte Planung aus dem Jahr 2002. Zu diesem Zeitpunkt (Verstoßzeitpunkt) galt eine Versicherungssumme in Höhe von 100.000 €.

Auch wenn die aktuelle Versicherungssumme wesentlich höher ist, wird der Versicherer den Schaden bis maximal 100.000 € regulieren. Die restlichen 30.000 € muss der Ingenieur ggf. aus der eigenen Tasche zahlen.

Die Verstoßtheorie sollte auch der Existenzgründer beachten! Wenn er zum 01.02.07 eine Berufshaftpflicht abschließt und bereits vor dem Termin als Freiberufler tätig war, besteht die Gefahr, dass er keinen Versicherungsschutz hat. Wenn der Existenzgründer  z. B. im Dezember 2006 eine fehlerhafte Planung erstellt und der Schaden hieraus im August 2007 bekannt wird, liegt der Verstoßzeitpunkt vor dem Versicherungsbeginn.

Die meisten Versicherer bieten aus diesem Grund beim erstmaligen Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung eine Rückwärtsversicherung an. Die Voraussetzung  hierzu können Sie in den jeweiligen BBR´s des Versicherers nachlesen.

Sind Sie richtig versichert? Prüfen Sie doch schnell die wichtigsten Punkte über die Checkliste!

Versicherungs- Checkliste