Freitag 30. Mai 2008

Was ist Planung?

Wann braucht der Energieberater eine Berufshaftpflicht?

Das Berufsbild des Energieberaters hat in den letzten Jahren an Popularität hinzu gewonnen. Wenn sich ein Berufszweig neu etabliert, bildet sich unmittelbar ein Geflecht an Dienstleistern und Zulieferern, die ihre Angebote feilbieten und somit neue Absatzmärkte ausloten. So haben sich um den  Energieberater herum diverse Softwareanbieter, Messgerätehersteller und auch Versicherer positioniert, um mit Ihren Spezialprodukten Hilfestellung zu leisten.

Wobei es sich bei den Erstgenannten sicherlich um die eine oder andere Innovation handelt, macht der Bereich der Versicherungen eher den Eindruck, als ob die „angestaubten“ Sachverständigenkonzepte aus der Schublade geholt wurden. Häufig werden die Allgemeinen Bedingungen der Vermögensschadenversicherung als Grundlage gewählt, die einen starken Bezug zu den steuer- und rechtsberatenden Berufen herstellen. Die Absicherung des Energieberaters wird dann mit pauschalen Ein- und Ausschlüssen, in der Regel nicht länger als ein Blatt, in dieses Korsett gezwängt. Erfreulich ist, dass in der Regel die Beratungen und Empfehlungen im Rahmen der gutachterlichen Tätigkeiten mitversichert sind.

Die Jahresprämien der Versicherer bei dieser Art der Absicherung liegen zwischen 180 € und 250 €. Das ist sehr günstig, wenn man bedenkt dass eine Privathaftpflicht um die 100 € im Jahr kosten kann. Es ist nachvollziehbar, dass die Versicherer bei so einer geringen Prämie den Umfang der Versicherung einschränken müssen. Somit findet man regelmäßig den Ausschluss der Planungsleistung in den Bedingungen. Jedoch, was ist Planung?

Ein spezialisierter Anwalt für Baurecht sagte einmal: “Der Übergang vom was zum wie kann bereits als Planung angesehen werden“. Diese Aussage ist sehr pauschal und es muss immer der Einzelfall geprüft werden! Lassen Sie den Satz trotzdem ein wenig wirken. „Was“ – steht für die Veränderung, die Empfehlung die der Berater ausspricht. Dann fragt der Bauherr und wie mache ich das? Welcher Berater holt jetzt nicht einen Zettel raus und fertigt eine kleine Skizze an und tätigt Aussagen die sich der Bauherr eigentlich vom Fachplaner holen sollte.

Sie sehen, man gerät sehr schnell in den Bereich, der als Planung ausgelegt werden kann. Der „richtige“ Gebäudeenergieberater führt eine durch die Gewerke übergreifende Beratung durch. Insbesondere bei der Auswahl der Baustoffe  beweist der Gebäudeenergieberater, dass er Schnittstelle zwischen nahezu allen am Bau beteiligten Gewerken ist. Falls Sie eine Haftpflichtversicherung mit dem „Planungsausschluss“ besitzen, sollten Ihnen die möglichen Konsequenzen bei einem Schadensfall bewusst sein. Sie können auch Ihren Versicherer dazu befragen, wie er sich z. B. bei klar geschilderten Schadenszenarien verhalten wird. Eine offizielle Stellungnahme werden Sie kaum erhalten!  

Wer sich mehr Sicherheit für seine Tätigkeit wünscht, sollte eine richtige Berufshaftpflicht abschließen. Die klassischen Anbieter für die Planungshaftpflicht haben erfahrungsgemäß auch eine Offerte für den Energieberater. Hier ist dann der Schaden am Objekt mitversichert. Ausschlüsse für die Planung und Bauleitung werden Sie nicht finden. Allerdings müssen Sie deutlich mehr als 200 € im Jahr dafür ausgeben. Aber Sie kennen das aus Ihrer Praxis, vom Teueren und vom Billigen – wenn sich der Kunde entgegen Ihrer Empfehlung  für einen billigeren Baustoff entscheidet. Dann lehnen Sie sich vielleicht entspannt zurück und sagen sich: „Du wirst schon sehen…“. Im Bereich der Versicherungen sind  Sie in der  Stellung des Kunden!

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