Wie man schon vom Namen entnehmen kann, bezieht sich die Betriebshaftpflicht auf die Haftpflicht einer Firma (einem ausführenden Unternehmen).

Das nachfolgende, etwas übertriebene Beispiel zeigt auf, wie die einzelnen Elemente der Haftpflichtversicherung zum Tragen kommen:

Der angestellte Maurer der Stein auf Stein GmbH hat die Aufgabe eine Mauer zu setzen. Übernächtigt von einer feucht-fröhlichen Feier am Vorabend hat er Probleme mit dem Mischungsverhältnis um den Mörtel herzustellen. Die Mauer wird quasi auf Sand gebaut. Es kommt wie es kommen muss, nach einigen Tagen stürzt die Mauer ein. Die einzelnen Steine fallen ins Treppenhaus in dem sich gerade der Bauherr befindet. Fazit: der Arm des Bauherren ist gebrochen, seine Rolex ist stark beschädigt und die Wand steht auch nicht mehr. Was zahlt die Betriebshaftpflichtversicherung und zu welcher Schadensart erfolgt die Zuordnung?

Der gebrochene Arm = Personenschaden

Die zerkratzte Rolex = Sachschaden

Das Aufstellen der eingestürzten Wand =  Vermögensschaden?
Das Aufstellen der Wand ist vom Grundsatz ein Vermögensschaden. Der Neubau muss ja bezahlt werden, aber die Versicherung der Stein auf Stein GmbH wird die Kosten hierfür nicht übernehmen. Das ist völlig verständlich, denn sonst würde die Versicherungsbranche für jeden Mangel am Bauwerk aufkommen. Die Kosten für die neue Mauer trägt die Stein auf Stein GmbH. Es ist deren unternehmerisches Risiko. Eine fehlerhafte Ausführung (Erfüllung) ist nicht versicherbar!

Auch Ingenieure haben mitunter schwache Stunden...
Bei der Planung wird der Grundriss einer Mauer falsch eingezeichnet. Die Ausführung erfolgt nach der vorgegeben Planung. Eine schöne feste Wand, fachgerecht gemauert! Leider steht die Wand 50cm zu weit im Treppenhaus. Bei der Abnahme wird dem Ingenieur bewusst: hier passt kein Treppenhaus rein. Fazit: Die Mauer muss abgerissen und neu hingestellt werden.

Beide Schadensfälle beruhen auf einem Fehler. Der Maurer hat falsch ausgeführt, der Ingenieur hat fehlerhaft geplant. Bei dem 2. Beipsiel muss der Ingenieur ebenfalls die neue, korrekte Planung selbst erbringen (Erfüllung seines Werkvertrages). Das ist sein unternehmerisches Risiko. Jedoch die Folgekosten die sich aus der fehlerhaften Planung ergeben (das Abreißen / Entsorgen der Mauer und den Neubau) wird die Berufshaftpflichtversicherung übernehmen. Das ist der große Unterschied zwischen einer Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung. Bei dem Freiberufler ist der reine Vermögensschaden, der Schaden am Objekt versichert!

Wie ermittelt man die richtige Versicherungssumme?

Infos hier